Think Positive! Wie sich deine Einstellung auf die Beziehung zu deinem Pferd auswirken kann...

 

Meine Stute ist zickig, das Shetty ist total frech, dieser Wallach ist so was von stur. Mein Pferd ist zu unruhig, zu ruhig, zu schreckhaft, respektlos, dominant, faul, gestört. Pass auf - der testet, der verarscht mich ständig, mit dem muss man immer erst diskutieren, usw. usw.  u.s.w. Die Aufzählung könnte ich noch um einige andere Aussagen erweitern.

Diese Beschreibungen von Kunden oder Bekannten machen mich nicht nur regelmäßig traurig, sondern auch nachdenklich...

 

Ist es richtig oder OK wenn wir schon vorab ein/unser Pferd in eine bestimmte  „Schublade“ stecken, anstatt ihm mit einer offenen Haltung gegenüberzutreten?

 

Das Gesetz der Anziehung

Viele kennen das Gesetz der Anziehung bzw. das Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung. Unsere Erwartungen und Befürchtungen werden, durch unsere subjektive Interpretation einer Situation, positive oder negative Gedanken, beeinflusst und im Ergebnis dann oftmals tatsächlich Realität: Du bekommst, was du erwartest, positiv wie negativ!

Oder wie Jack Sparrow sagte: Das Problem ist nicht das Problem; das Problem ist deine Einstellung zu dem Problem!

Unsere mentale Haltung und Einstellung zu Dingen (in diesem Fall also unserem Pferd gegenüber) bestimmt aber nicht nur alleine unser Verhalten und wie WIR unser Pferd wahrnehmen, sondern insbesondere auch wie das Pferd UNS wahrnimmt.

Ein Pferd spürt natürlich was sein Mensch gerade denkt bzw. wie er/sie sich fühlt.

Es handelt in seiner Reaktion und seinem Verhalten darauf (auf uns!) aber immer ehrlich und kongruent. Es zeigt uns direkt und unmittelbar seine Empfindung und dieses Empfinden stimmt immer mit dem gezeigten Ausdrucksverhalten überein!

Unser Emotionen, Stimmungen und Gedanken nehmen also direkt oder indirekt Einfluss auf das Verhalten unseres Pferdes.

 

Hinterfragen statt Verurteilen

Jedes Pferd ist einzigartig und lange nicht jedes „schwierige“ Pferd oder sogenannte „Problempferd“ braucht ist bösartig, oder braucht gar eine Therapie.

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Verhält sich mein Pferd nicht so wie ich es erwarte (oder gerne hätte) ist es ratsam erst einmal zu hinterfragen, wann und warum es so reagiert, anstatt direkt negativ zu bewerten oder zu verurteilen.

In vielen Fällen wirken sich Haltung, Fütterung, fehlende Sozialkontakte, mangelnde Bewegung oder Beschäftigung, Umgang, Missverständnisse in der Beziehung oder Kommunikation u.v.m. deutlich auf das Verhalten aus.

Aber auch Schmerzen, Art und Weise des Trainings, bzw. Fehler in Ausbildung oder Training, Über- oder Unterforderung, eine zu hohe Erwartungshaltung an das Pferd, nicht passende Ausrüstungsgegenstände, der Einsatz von Hilfsmitteln (z.B. Schlaufzügel, Sperrriemen) u.v.m. können Veränderungen im Verhalten hervorrufen.

Manche Pferde sind aber auch, ohne das wir es wissen/uns dessen bewusst sind, traumatisiert, was in vielen Fällen nicht direkt klar oder eindeutig zu erkennen ist.

 

Umdenken

Schaffen wir es unseren Blickwinkel zu verändern und unsere  Einstellung durch positive Gedanken zu ersetzen, können wir und unser Pferd langfristig davon profitieren.  

Dies erreichen wir, indem wir unser Tier - mit all seinen Bedürfnisse, Instinkten, (Charakter)Eigenschaften, Ängsten etc. etc. - annehmen, respektieren und versuchen es zu verstehen.

Nicht nur die gesamte Grundstimmung, sondern auch die gemeinsame Beziehung wird sich verändern und positive Reaktionen in vielerlei Hinsicht nach sich ziehen.

Um alte Gedankenmuster gegen neue auszutauschen und zu festigen helfen z.B. auch bestimmte Techniken aus der Positiven Psychologie oder dem Mental-Coaching.

 

Das Glück des Lebens hängt von der Beschaffenheit unserer Gedanken ab.“

Mark Aurel

Wie wäre es also wenn wir unser Pferd künftig einfach (mehr) so annehmen wie es ist, glücklich über seine positiven Eigenschaften sind und uns darüber freuen, was unser Pferd alles gut macht und schon kann!

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