Pferdehaltung - Warum Boxenhaltung nicht artgerecht ist

 

Bei meiner Arbeit bzw. in den Gesprächen mit Pferdebesitzern kommt auch immer wieder die Thematik der richtigen Haltung oder Optimierung der Haltungsbedingungen zur Sprache und führt oft zu Diskussionen.

Im Laufe von ca. 5000 Jahren Domestikation haben sich Pferde zwar an das von uns Menschen vorgegebene Leben angepasst, ihre grundlegenden Eigenschaften und Bedürfnisse haben sich aber nicht verändert.

 

Bewegung, Sozialkontakt und Nahrung

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In Boxenhaltung oder überwiegender Boxenhaltung leben und leiden Pferde unter Bewegungsmangel und Reizarmut.

Auch unzureichende oder gar fehlende Möglichkeiten das Sozialverhalten auszuleben und teilweise ungenügende Ernährung bedeuten eine dauernde Belastung.

Das Bedürfnis nach uneingeschränktem Kontakt und in Gesellschaft zu Artgenossen ist bei Pferden stark und tief verwurzelt und kann die gesamte Persönlichkeit und das Verhalten nachhaltig verändern.

Ein Pferd bewegt sich in freier Wildbahn bis zu 16 Kilometer am Tag im langsamen Schritttempo vorwärts. Dabei nimmt es überwiegend grasend Nahrung zu sich und steht im Schutze seiner Herde. Auch sein Licht- und Luftbedürfnis, verbunden mit entsprechenden (jahreszeitlich unterschiedlichen) Außenklimareizen, werden so befriedigt.

Pferde brauchen also uneingeschränkt Sozialkontakte zu ihren Artgenossen, täglich freie Bewegung an der frischen Luft und eine pferdegerechte Nahrungsaufnahme (in natürlicher Fresshaltung) und um sich wohlzufühlen.

Hausgemachtes Problemverhalten

Dies, und vieles mehr, kann nicht nur zu Problemen im Umgang oder zu diversen Krankheiten (an Bewegungs- Atmungs- und Verdauungsapparat) führen, sondern auch die Entstehung von unerwünschtem Verhalten oder sogar Verhaltensstörungen fördern.

Leider leben auch heute noch viele Pferde nicht annähernd in einer artgerechten Haltung. Sie werden an ihrem ursprünglichen Bewegungsbedarf gehindert und verbringen die überwiegende Zeit ihres Lebens in Boxen oder auf Paddocks. Auch die Fütterung (für das Pferd als Dauerfresser) ist in menschlicher Obhut oftmals weder verhaltensgerecht, noch bedarfsdeckend.

Einzelboxen können unter bestimmten Umständen und in einigen Fällen zwar eine Notlösung oder Alternative darstellen, sind aber dennoch für das Pferd keine geeignete Haltungsform.


Pferde leben glücklicher und gesünder mit der Möglichkeit

jederzeit ihr natürliches Verhaltensrepertoire so frei wie möglich ausleben zu können

 

Diesen Aspekten kommt eine enorm große und wichtige Bedeutung zu, denn der Ursprung im Verhalten vieler sogenannter „Problempferde“ ist oftmals in den entsprechenden Haltungsbedingungen zu finden.

  

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